Kambodscha - Kindergarten für Kinder aus Müllsammlerfamilien

 

Täglich werden etwa 2.000 Tonnen Abfall aus Phnom Penh auf der städtischen Deponie Dangkor abgeladen. Rund 200 Müllsammlerfamilien wühlen unter unerträglichen Arbeitsbedingungen Tag und Nacht in diesem Müll: Hitze zwischen 30 und 40 Grad, Staubwolken, Rauch und Gestank. Sie verkaufen diese Wertstoffe an Zwischenhändler, da sie als Müllsammler keinen Zugriff auf direkte Abnahmestellen für verwertbare Abfallstoffe erhalten. Die verkaufserlöse bilden ihre einzige Einnahmequelle, um dne Lebensunterhalt der Familien abzusichern. Sie verdienen damit kaum mehr als einen Euro pro Tag. Um das Minimum des täglichen Bedarfes decken zu können, müssen alle Familienmitglieder, auch Kinder, auf der Deponie mitarbeiten.

Diesen Kindern möchte Knorr-Bremse Global Care e.V. eine Perspektive auf Bildung und etwas Normalität abseits der Müllkippe bieten. Deshalb unterstützt der Verein bereits seit 2015 den SOMERSAULT-Kindergarten in Phnom Penh. Die etwa 35 Schützlinge werden morgens abgeholt, können die sanitären Einrichtungen im Kindergarten nutzen und erhalten eine ausgewogene Ernährunge. Bis 16 Uhr dürfen sie kind sein, unbeschwert spielen und, ganz nebenbei, etwas lernen. Mit einem ganzheitlichen Ansatz vermittelt die vor Ort umsetzende Organisation COMPED Grundwissen über Hygieen und Ernährung und das Bewusstsein dafür, wie wichtig Bildung ist. "Wir versuchen die Eltern zu bewegen, ihre Kinder regelmäßig den Kindergarten besuchen zu lassen," sagt Kim Heng, der Projektleiter von COMPED. "Das ist teilweise eine große Herausforderung, auch wenn sie selbst feststellen, dass die Kinder kräftiger und gesünder werden, besser kommunizieren un eine höhere Sozialkompetenz haben. Sobald aber eine besondere Müllladung eintrifft, ist es für das Familieneinkommen oft wichtiger, dass alle helfen."

Einige der größeren Kinder gehen inzwischen zur Schule und kämpfen dort mit dem sozialen Stigma - gegenüber anderen Kindern, aber auch gegenüber den Schulbehörden. Damit die Schüler weiterhin eine sichere Anlaufstelle haben, wurde der Kindergarten um einen Hortbereich erweiteret. Dort erhalten sie Hausaufgabenbetruung und werden mit Schulranzen und -kleidung ausgestattet. Der gebotene Zugang zu guter Bildung, die kindgerechte Umgebung und die verbesserte Gesundheit verfolgen ein Ziel: Die Kinder sollen den Armutskreislauf eines Tages durchbrechen können.

 

 

Kambodscha - Kindergarten verbessert Bildungszugang

Schwerpunktthema: Bildung

Ort: Phnom Penh, Kambodscha

Erreichte: 97 Kinder

Projekttierte Kosten: 70.000 Euro

Global Care Projektpate: Julia Thiele-Schürrhoff

Partnerorganisation: Thüringisch-Kambodschanische Gesellschaft e.V.

Dauer: Mai 2017 - Dezember 2017

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